Das geplante Rosensteinquartier soll nach den Worten von Oberbürgermeister Fritz Kuhn und Baubürgermeister Peter Pätzold im Eigentum der Stadt bleiben. Die 2015 eingeführte Konzeptvergabe ermöglicht es der Stadt, die Vergabe von Grundstücken nicht am Höchstgebot, sondern anhand eines Nutzungskonzepts zu entscheiden und somit Einfluss auf die Stadtentwicklung zu nehmen. Die Stadt kann dadurch auch Nutzungen des Quartiers ermöglichen, die unter freien Marktbedingungen nicht umzusetzen wären. Unser Ziel ist es, ein lebendiges Stadtviertel zu schaffen, das keine gesellschaftlichen Schichten ausschließt. Wir konzentrieren uns dabei auf einen Teil der potenziellen 85 Hektar des Rosensteins – dieser soll Platz bieten für kulturelle und soziale Initiativen und Gruppierungen, für Arbeits- und gemeinschaftliche Wohnmodelle wie Genossenschaften und Baugemeinschaften. Dabei geht es nicht um ein Programm, das Inhalte vorschreibt. Es geht um Rahmenbedingungen, die interessante, kreative und innovative Nutzungen ermöglichen: Galerien, Proberäume, Clubs, Ateliers, selbtsgeführte Läden, Kneipen und nicht zuletzt: fairen Wohnraum.

Nutzerbasierte Entwicklung

Dieser Teil des Rosensteins wird von seinen Nutzern entwickelt. Kooperationen und Gemeinschaften: Die Nutzungen basieren auf kooperativen und gemeinschaftlichen Modellen wie z.B. Genossenschaften und Baugemeinschaften.

Zellen und Zonen

Das Areal wird in Zellen mit klar definierten Größen sowie Zonen mit unterschiedlichen Schwerpunkten aufgeteilt. Die Definition einer Zellengröße fördert die Vielfalt im Areal und verhindert monothematische, großflächige Bebauung. Die Unterteilung von Zonen z.B. nach Aktivitätsgrad (laut-leise) dient der Vermeidung von Nutzungskonflikten.

Flächenkosten

Die Flächenkosten werden so gestaltet, dass durch den Kostenfaktor möglichst wenige gesellschaftliche Gruppen ausgeschlossen werden. Insbesondere soziale und kulturelle Initiativen sowie Gruppierungen, die sich normalerweise kein Eigentum leisten können, haben hier Chancen auf Verwirklichung ihrer Projekte, da bei der Auswahl die Inhalte und nicht das Preisniveau dominieren.
Schrittweise Entwicklung – Diese Fläche wird über mehrere Generationen bebaut und entwickelt sich stetig weiter.

Teilen als Grundhaltung

Die Nutzer entwickeln neben der eigenen Nutzung auch Aktivitäten für die Gemeinschaft und bringen sich mit diesen in das Quartier ein.

Selbstorganisation

In diesem Areal werden neue Formen der Selbstorganisation von Gemeinschaften erprobt und neue Wege der Abstimmung zwischen den vielfältigen Nutzungen organisiert.

Aufbau und Moderation von Communities

Die Stadt unterstützt durch geeignete Plattformen Prozesse, die dazu führen, dass potenzielle Nutzer aktiviert werden, sich treffen, mit Architekten und Planern austauschen und so Konstellationen entstehen, die sich schrittweise festigen und zu handlungsfähigen Akteuren und Instrumenten werden.

Zukunft

Der Weg in ein zukunftsfähiges Quartier gliedert sich in drei Etappen:

  1. Über die Agenda des Areals wird ein gesellschaftlicher Konsens und dann auch ein politischer Grundsatzbeschluss hergestellt.
  2. Über einen Gestaltungs- und Konzeptwettbewerb werden Nutzungsideen für die ersten Bauphasen ausgewählt.
  3. Die Stadt organisiert eine Plattform zur Aktivierung, Vernetzung und Konstituierung von Nutzergruppen und Initiativen.